Frischgebackene Eltern machen schon kurz nach der Geburt die Erfahrung, dass sich das Leben plötzlich gefährlicher anfühlt. Und in der Tat sind besonders Babys sowie Kleinkinder, bei denen es schnell zu Unfällen oder sogar lebensgefährlichen Verletzungen kommen kann. In diesem Fall ist schnelle Hilfe entscheidend. Eltern und andere Betreuungspersonen sollten sich daher unbedingt mit den wichtigsten Regeln der Ersten Hilfe beschäftigten.

 

Erste Hilfe am Baby kann Leben retten, wenn der Krankenwagen nicht sofort kommt. (Quelle: Golda (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Risiken, denen Babys ausgesetzt sind

Das erste Lebensjahr ist ein Zeitraum, in dem sich Kinderunfälle in der Regel auf das häusliche Umfeld beschränken. Sie spielen noch nicht auf hohen Klettergerüsten oder mit dem Roller auf der Straße, leben aber dennoch nicht gänzlich frei von Risiken. Zu häufigen Ursachen für Verletzungen und lebensbedrohliche Zustände bei Babys gehören

  • Vergiftungen
  • Stürze
  • und Fremdkörper in den Atemwegen.

Das belegen auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus 2011, die sich mit verschiedenen Todesursachen bei Säuglingen befassen. Hier zeigen sich die oben genannten Ursachen zusätzlich zu weiteren Faktoren wie dem plötzlichen Kindstod oder Erkrankungen als nicht zu unterschätzendes Risiko. Aus diesem Grund ist auch Prävention wichtig. Zum ersten Geburtstag beispielsweise sollten Kinder auch weiterhin keine Dinge mit verschluckbaren Kleinteilen geschenkt bekommen.

Das Problem bei Babys ist, dass sie noch sehr klein und entsprechend anfällig sind. Der berühmte Sturz vom Wickeltisch ist für sie daher aus vielerlei Gründen sehr viel gefährlicher als für einen Jugendlichen oder Erwachsenen. Hierauf weist auch kinderarzte-im-netz.de in einem aufschlussreichen Artikel hin.

Und ebenfalls in anderen Situationen wie Vergiftungen oder möglichen Erstickungs-Unfällen sind Kinder unter einem Jahr besonders bedroht. Das liegt nicht nur an ihrer geringen Körpergröße, sondern letztlich auch daran, dass die kindliche Neugierde Babys beispielsweise dazu veranlasst, viele Dinge in den Mund zu nehmen. Selbst die aufmerksamsten Eltern könnten dann doch einmal etwas übersehen und schon ist der lebensbedrohliche Notfall da.

Notfälle erfordern zügiges Handeln

Es gibt viele Situationen, in denen das Leben eines Babys plötzlich in Gefahr geraten kann. Bei der Ersten Hilfe kommt es dabei darauf an, die Ursache für die Situation zu berücksichtigen und richtig zu handeln. So ist das Vorgehen bei einer drohenden Erstickung selbstverständlich ein anderes als nach einem Sturz oder einer Vergiftung. In jedem Fall aber gilt: dem Baby muss schnell geholfen werden, denn der Rettungsdienst ist nicht immer rechtzeitig zur Stelle.

Grundsätzlich tritt ein Notfall dann ein, wenn eine der unverzichtbaren Körperfunktionen wie Atmung und Herzschlag versagen oder nicht richtig ablaufen. Es ist allzu verständlich, dass Eltern in diesem Fall leicht zu Panik neigen und kaum dazu in der Lage sein können, einen klaren Gedanken zu fassen. Das jedoch birgt Risiken, denn vor allem besonnenes Agieren mit ruhiger und zielgerichteter Hand ist im Notfall entscheidend.

Die Erste Hilfe wird bei allen Menschen einer sogenannten Rettungskette absolviert. Im ersten Schritt dieser Kette gilt es, sofort Maßnahmen zu ergreifen, die zur Erhaltung von Vitalfunktionen und Sicherung des Babys wichtig sind. Zu diesem Zeitpunkt findet die Erstversorgung statt. Sobald das erledigt ist, muss der Notarzt gerufen werden. Nun ist es entscheidend, den Anruf so zügig wie möglich zu erledigen, ohne dabei wichtige Informationen zu vergessen. Hier helfen die berühmten W-Fragen:

  • Wo befindet sich das Baby gerade? (Adresse, Stockwerk…)
  • Was ist genau passiert? (Die Ursache für die Verletzung oder Lebensgefahr)
  • Welche Schäden gibt es? (Die konkreten Beeinträchtigungen oder Verletzungen)

Hat der Ansprechpartner am Telefon noch eine Rückfrage, so muss diese selbstverständlich beantwortet werden.

Sofort nach dem Anruf (und gegebenenfalls auch parallel dazu) muss das Baby weiterhin von seinem Ersthelfer versorgt werden. Bis zum Eintreffen der Sanitäter und des Notarztes können dabei Handgriffe wie eine Reanimation oder der Sandwich-Griff notwendig sein. Beides erläutert babelli.de sehr anschaulich und stellt Merkblätter bereit, die Eltern hier downloaden können.

Wer in Erster Hilfe am Baby geschult sein sollte

Das Bewusstsein dafür, dass Sachkunde in erster Hilfe am Baby sehr sinnvoll sein kann, wächst bereits seit Jahren. Daher melden sich immer mehr werdende Eltern zu entsprechenden Kursen an und lassen sich vor Ort die wichtigsten Handgriffe sowie Regeln erklären.

Was dabei jedoch häufig vergessen wird: Nicht nur Eltern betreuen ihr Baby während des ersten Jahres. Auch Verwandte wie Tanten, Onkels und Großeltern stehen jungen Familien meist unterstützend zur Seite und beaufsichtigen das Kind hin und wieder für mehrere Stunden oder sogar über Nacht.

Es ist daher nur richtig, dass all jene, die Zeit mit dem Baby verbringen und es zwischendurch betreuen, einen Erste Hilfe Kurs speziell für die Anwendung am Baby absolvieren und die wichtigsten Merkblätter sowie Notrufnummern griffbereit halten. Hierzu gehört nicht nur die 112, sondern auch die Rufnummer der entsprechenden Giftnotrufzentrale. Eine Übersicht finden Interessierte auf der Website des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Bei Vergiftungen gilt übrigens: Es muss nicht zwingend die zuständige Notrufzentrale kontaktiert werden. Wer keine Zeit mit Suchen verlieren will, ruft am besten die erste verfügbare Stelle an. Die Experten helfen in akuten Fällen auch ortsunabhängig und geben wichtige Tipps rund um das weitere Vorgehen.