Elterngeld ist eine Leistung zum Staat, die frischgebackenen Eltern erlauben soll, sich selbst um ihr Neugeborenes zu geben. Statt den Lohn vom Arbeitgeber gibt es dann nämlich Elterngeld – und zwar für alle werdenden Eltern vom klassischen Arbeitnehmer bis hin zu Selbstständigen, vom Beamten bis hin zum Arbeitslosen und auch für Azubis und Studenten. Da Elterngeld eine staatliche Leistung für Eltern ist, ist ein Wohnsitz in Deutschland ebenso Grundvoraussetzung für den Bezug wie die Tatsache, dass die Kinder auch wirklich bei den Eltern leben. Welche Elterngeld-Berechnung am besten geeignet ist, erklären die Experten unter Elterngeld.de. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale und Kriterien wurden im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Abbildung 1: Elterngeld ist die staatliche Leistung, die es Eltern ermöglichen soll, sich um ihre Babys selbst zu kümmern. Das Standard-Konstrukt, das Basiselterngeld, ist für diejenigen gut geeignet, die sich sicher sind, das nur ein Elternteil die Fürsorge übernehmen soll. Wer über Elterngeld Plus nachdenkt, muss rechnen, könnte dann aber längere Zeit mit dem Baby zuhause sein – und muss dabei trotzdem nicht auf Bezüge verzichten.

Das Basiselterngeld ist der Klassiker

Das Basiselterngeld kennen die meisten. Wer es beantragt, bekommt in Summe 14 Monate Elternzeit bzw. Elterngeld während der Zeit zuhause. Der Geldbezug liegt pro Elternteil zwischen zwei bis 12 Monaten möglich – je nachdem, wer wann zuhause bleibt. Alleinerziehende können  für sich allein 14 Monate lang das Basiselterngeld beziehen. Diese Standard-Lösung ist vielen bekannt.

Das Basiselterngeld hängt vom Verdient ab, der vor der Elternzeit erzielt wurde, und gleicht an dieser Stelle auch das Einkommen der Eltern aus: Wer ein hohes Einkommen hatte, kann bis zu 65 Prozent davon als Elterngeld beziehen. Eltern mit niedrigerem Einkommen (unter 1.000 Euro) erhalten bis zu 100 Prozent. Damit kann das Basiselterngeld zwischen 300 und 1800 Euro monatlich liegen (vgl. bmfsfj.de). Selbst wer im Vorfeld nicht berufstätig war, kann Elterngeld beziehen – und zwar den Mindestsatz von 300 Euro monatlich. Bei Mehrlingsgeburten und in Familien mit älteren Geschwisterkindern verändern sich die Bezugshöhen zugunsten der Familien. Weitere Sonderregelungen zum Elterngeld lassen sich ebenfalls finden.

Da eine Berufstätigkeit neben dem Bezug von Basiselterngeld steuerpflichtig wäre, lohnt es sich in der Praxis nicht, Basiselterngeld zu beziehen und zu arbeiten. An dieser Stelle kommt das Elterngeld Plus ins Spiel.

Abbildung 2: Das Basiselterngeld soll Ängste lindern. Wer vor der Schwangerschaft kein großes Einkommen hatte, bekommt den höchsten Elterngeld-Prozentsatz. Selbst wer nicht erwerbstätig war, bekommt den Elterngeld-Mindestsatz.

Elterngeld Plus ist das Novum. Der Partnerschaftsbonus bringt vier weitere Monate

Das Elterngeld Plus trägt der Idee Rechnung, dass auch frischgebackene Eltern schnell wieder in ihren Beruf zurück wollen, also eigenes Einkommen erwirtschaften. Damit ist das Elterngeld Plus gut geeignet für diejenigen, die während der ersten ein bis zwei Lebensjahre eine gute Teilzeit-Lösung mit dem Arbeitgeber aushandeln konnten, die die Betreuung des Babys gewährleistet und dennoch die Arbeit ermöglicht.

Elterngeld Plus gibt es für zwei Jahre – allerdings fällt das Elterngeld nur halb so hoch aus wie das Basiselterngeld und liegt damit monatlich zwischen 150 und 900 Euro. Das Elterngeld Plus können übrigens auch diejenigen beantragen, die nicht berufstätig sind und lieber zwei Jahre weniger Elterngeld (monatlich 150 Euro) bekommen als ein Jahr volle Bezüge (monatlich 300 Euro) zu haben.

Den sogenannten Partnerschaftsbonus gibt es dann, wenn sich beide Elternteile darauf einlassen, ihre Arbeitszeit dem Baby zuliebe zu reduzieren. Wenn beide Elternteile gleichzeitig ihre Arbeitszeit auf 25 bis 30 Stunden deckeln und das an vier aufeinanderfolgenden Monaten, dann gibt es vier weitere Monate lang Elterngeld Plus.

Abbildung 3: Besonders gut geeignet, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, sind Home-Office-Lösungen. Zudem kommt es auf die Familienfreundlichkeit des Betriebs an, denn während sich der Laptop an- und ausschalten lässt, ist das mit einem Baby natürlich nicht so einfach möglich.

Eine Kombination kann 18 Monate Baby-Zeit bringen

Wer vor dem Dilemma steht, monatlich hohe finanzielle Belastungen stemmen zu müssen, die nur dann auch mit Baby bezahlbar sind, wenn Verdienst von beiden Seiten eingeht, muss genau rechnen und gut kombinieren. In Kombination können alle drei Elterngeldvarianten nämlich so das meiste Geld und 18 Monate Baby-Zeit einbringen:

  • Monat 1 bis 10: Ein Elternteil bekommt Basiselterngeld, das zweite Elternteil ist in Vollzeit erwerbstätig. Bei welchem Elternteil es sich finanziell eher lohnt, Basiselterngeld zu beantragen und bei welchem Elternteil der Job leichter eine Pause zulässt, hängt von den individuellen Umständen ab. Zudem kann ein Wechsel der Steuerklasse für mehr Geld in der Kasse sorgen. Eine Berechnung mithilfe eines Steuerklassen-Rechners, den es unter com gibt, kann hierüber Aufschluss geben.
  • Monat 11 bis 14: Anschließend beziehen beide Eltern vier Monate lang Elterngeld Plus. Da beide parallel in Teilzeit arbeiten, sichern sie sich den Elterngeld Plus Anspruch für vier weitere Monate (=Partnerschaftsbonus).
  • Monat 15 bis 18: In diesen vier Monaten beziehen die Eltern den Partnerschaftsbonus, also weiterhin Elterngeld Plus.

Achtung: Die Berechnung hinkt etwas, denn während Mütter Mutterschaftsgeld beziehen, bekommen sie kein Elterngeld, deswegen verschieben sich die Bezugszeiträume in der Praxis etwas. Darüber hinaus dürfen diese Bezüge nicht etwa mit dem Kindergeld verwechselt werden. Dieses liegt monatlich bei 204 Euro für das erste und zweite Kind. Anschließend steigt das Kindergeld. Wann das Kindergeld ausgezahlt wird, lässt sich bei der Bundesagentur für Arbeit unter arbeitsagentur.de nachlesen.

 

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